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Rückkehr an den Ort der Zwangsarbeit

Russen und Letten besuchen Marburg

Artikel von Matthias Fischer aus der "Oberhessischen Presse", vom 12.07.2006

Marburg. Für sechs Tage hält sich eine Gruppe ehemaliger Zwangsarbeiter aus Russland und Lettland in Marburg auf. Gestern wurden sie im Rathaus offiziell willkommen geheißen.

Oberbürgermeister Egon Vaupel begrüßte die Gäste im Namen der Stadt Marburg. Vaupel sagte, er könne sich vorstellen, "dass es Ihnen nicht leicht gefallen ist, nach Marburg zu kommen".

Die Russen und Letten mussten während des Zweiten Weltkriegs im Alter von 13 bis 17 Jahren in Marburg arbeiten - unter anderem in den Behring-Werken.

Erst am Kriegsende wurden sie befreit. An die Geschichte der Zwangsarbeiter im Nazi-Deutschland erinnerte Thomas Werther, Vorsitzender der Geschichtswerkstatt Marburg.

Die Geschichtswerkstatt hatte die Treffen mit den Zwangsarbeitern durch ihre Recherchen ermöglicht. Mittlerweile haben von der Arbeit der Geschichtswerkstatt auch Marburger Schulen profitiert, die die Zeitzeugen aktiv in ihren Geschichtsunterricht einbinden: In Zusammenarbeit mit der Gesamtschule Richtsberg wird die Emil-von-Behring-Schule einen alternativen Stadtrundgang ausarbeiten, der Fußgänger auf den Spuren der ehemaligen Zwangsarbeiter wandeln lässt und so eines der dunklen Kapitel der Marburger Stadtgeschichte näher bringt. Egon Vaupel zeigte sich erfreut über das Engagement: der Schulen: "Das Thema geht Kinder und Jugendliche etwas an".

Die Gäste erhielten Bücher und DVDs über Marburg und bedankten sich selbst - sichtlich gerührt - mit Geschenken an ihre Gastgeber.

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