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Stolpersteine - Steine gegen das Vergessen

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Hermann Jacobsohn


Für Hermann Jacobsohn.


Das Haus in der Schückingstraße 24, früher Weißenburgstraße 24.

Der Stein wurde verlegt am 20.03.2006.

HIER WOHNTE
HERMANN
JACOBSOHN
JG. 1879
FLUCHT IN DEN TOD
25.4.1933

 


Hermann Jacobsohn in: Herman Lommel,
Idg. Jahrbuch XIX (1935) S. 334-339

Der Altphilologe und Universitätsprofessor Hermann Jacobsohn wurde am 30.8.1879 in Lüneburg geboren. Er war der Sohn der angesehenen jüdischen Familie Jacobsohn.

Nach dem Studium in Freiburg, Göttingen und Berlin promovierte und habilitierte er in München und trat 1911 die Stelle als Professor für Vergleichende Sprachwissenschaften in Marburg an.

Als Dolmetscher nahm Hermann Jacobsohn am Ersten Weltkrieg teil und arbeitete als Sprachforscher auf dem Gebiet der russischen und ukrainischen Geschichte und Politik. In der Weimarer Republik war er Mitglied der liberalen DDP (Deutsche Demokratische Partei).

1928 wurde Jacobsohn Dekan der Altphilologischen Fakultät der Philipps-Universität in Marburg und 1929 übernahm er die Leitung des "Deutschen Sprachatlasses", seinem Lebenswerk.

Am 25.4.1933 wurde Jacobsohn auf Grund der Bestimmungen des "Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums", das Juden vom Staatsdienst ausschloss, entlassen. Daraufhin nahm er sich das Leben, in der Nähe des Südbahnhofs ließ er sich von einem Zug überfahren.

"Seine lateinisch abgefaßte Dissertation über Plautus wird ebenso wie seine Habilitationsschrift über Homer noch heute zitiert", notierte Professor Bernhard Forssman 1979 in einem Beitrag der Marburger Universitäts-Zeitung zum 100. Geburtstag des Sprachwissenschaftlers.

Um ihn zu ehren wurde die Adresse des Forschungszentrums Deutscher Sprachatlas am Kaffweg im Jahr 1999 in Hermann-Jacobsohn-Weg umbenannt.

Siehe auch Stolperstein als "Stein des Anstoßes"?

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