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Stolpersteine - Steine gegen das Vergessen

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Johanna Oppenheim und ihre Töchter
Agathe Oppenheim und Martha Oppenheim

oppenheim_s.jpg, 28kB

Für Johanna, Agathe und Martha Oppenheim.
 
 

oppenheim_h.jpg, 33kB

Das ehemalige Haus Bahnhofstraße 30
wurde abgerissen. An dieser Stelle
steht heute ein Geschäftshaus.

Die Steine wurden verlegt am 11.05.2010.

HIER WOHNTE
AGATHE OPPENHEIM
JG. 1884
DEPORTIERT 1942
IZBICA
SOBIBOR
ERMORDET

HIER WOHNTE
JOHANNA OPPENHEIM
GEB. CAHN
JG. 1856
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
ERMORDET 18.9.1942

HIER WOHNTE
MARTHA OPPENHEIM
JG. 1890
DEPORTIERT 1942
THERESIENSTADT
AUSCHWITZ
ERMORDET

Johanna Oppenheim geb. Cahn wurde am 2.4.1856 in Königstein geboren. Sie heiratete Gustav Oppenheim, einen Produktenhändler (Kaufmann), der sein Geschäft an der Schlosstreppe 1 in Marburg betrieb. Das Ehepaar hatte drei gemeinsame Töchter: Emilie (geb. am 21.7.1881), Agathe (geb. am 28.6.1884) und Martha Oppenheim (geb. am 30.6.1890). Der gemeinsame Wohnort war erst am Barfüßertor 47, ab 1911 lebte die Familie in der Bahnhofstraße 30. 1913 starb Gustav Oppenheim.

In der NS-Zeit musste Johanna Oppenheim in die "Ghettohäuser" Barfüßertor 15 b und später Schwanenallee 15 umziehen. In den sogenannten "Ghettohäusern" musste die jüdische Bevölkerung in der Zeit vor den Deportationen wohnen. Am 6. September 1942 wurde Johanna Oppenheim über Kassel und Chemnitz nach Theresienstadt deportiert. Elf Tage später, am 18.9.1942 starb sie dort auf Grund der menschenverachtenden Bedingungen. Auf dem Stolperstein steht daher: "THERESIENSTADT ERMORDET 18.9.1942"

Agathe Oppenheim kam als mittlere Tochter des Ehepaares Johanna und Gustav Oppenheim in Marburg zur Welt. Sie war ab 1895 Schülerin an der Elisabethschule und besuchte anschließend dort eine besondere Aufbauklasse (Selecta). Nach der Schule begann sie wahrscheinlich eine Lehre als Bankangestellte. Aus beruflichen Gründen zog sie Anfang Januar 1924 nach Wiesbaden, war im März 1926 aber wieder bei ihrer Mutter in der Bahnhofstraße 30 gemeldet. Am 4. April 1940 war Agathe Oppenheim gezwungen, in das "Ghettohaus" Barfüßertor 15 b zu ziehen. Sie wohnte dort mit anderen Marburger Juden bis sie am 31. Mai 1942 deportiert wurde. Über das Ghetto Lublin wurde sie nach Izbica/Sobibor verschleppt. Wann und wo sie ermordet wurde, ist nicht bekannt.

Martha Oppenheim war die jüngste der drei Schwestern. Sie war von 1901 bis 1906 Schülerin an der Elisabethschule. Anschließend besuchte auch sie eine besondere Aufbauklasse (Selecta). Über ihre berufliche Laufbahn ist nichts bekannt. Ab dem 4. April 1940 wohnte sie mit ihrer Schwester Agathe Oppenheim und ihrer Mutter in dem "Ghettohaus" Barfüßertor 15 b. Am 15. Juli 1942 musste Martha Oppenheim und ihre 86-jährigen Mutter in das "Ghettohaus" in der Schwanenallee 15 umziehen. Von dort aus wurden beide Frauen am 6. September 1942 nach Theresienstadt deportiert und ermordet, Martha Oppenheim wahrscheinlich in Auschwitz.

Die älteste Tochter, Emilie Oppenheim verheiratete Brandt, wurde von ihrem Wohnort Berlin aus deportiert und in Auschwitz ermordet.

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