Geschichtswerkstatt Marburg e.V.    Forschung für Regional- und Alltagsgeschichte

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Aktivitäten der Marburger Geschichtswerkstatt in Aufsätzen und Bildern

 

Buch über den jüdischen Friedhof in Wetter

 

Das ambitionierte Projekt, alle jüdischen Friedhöfe im Landkreis Marburg-Biedenkopf durch Publikationen zu erfassen und damit vor allem auch für die Nachkommen der ermordeten oder vertriebenen jüdischen Bevölkerung unserer Region besser zugänglich zu machen, hat seine Wurzeln in den 1990er Jahren. Das Projekt, eine Idee des damaligen Landrats Kurt Kliem, der auf diese Weise für die Besucher mit Lageplänen, Fotos und Grabsteininschriften und deren Übersetzungen eine Orientierungshilfe schaffen wollte, konnte damals nicht umgesetzt werden. Barbara Händler-Lachmann, Mitbegründerin der Marburger Geschichtswerkstatt und Lokalhistorikerin, die sich um das Gedenken an die jüdische Bevölkerung besonders verdient gemacht hat, starb 1999 im Alter von nur 50 Jahren. Sie konnte das geplante Vorhaben daher nicht mehr umsetzen.

Durch finanzielle Unterstützung der Stiftung der Sparkasse Marburg-Biedenkopf konnte 2009 zum 25-jährigen Bestehen der Geschichtswerkstatt Marburg das Buch über die Friedhöfe von Fronhausen, Lohra und Roth erscheinen (siehe unten). Die Übersetzung der hebräischen Inschriften hatten Dieter Bertram und Friedrich Damrath übernommen.

Nun konnte ein weiterer Mosaikstein zur Darstellung der Kulturgeschichte des jüdischen Lebens im Landkreis gesetzt werden. Die Publikation zum jüdischen Friedhof in Wetter, "Der Gute Ort im Wollenberg, Geschichte und Grabsteinbestand des jüdischen Friedhofs bei Wetter (Hessen)" ist erschienen. Eine Spende der Stiftung der Sparkasse Marburg-Biedenkopf ermöglichte den Druck des Buches.

   

Auf Grundlage der Übersetzungen von Friedrich Damrath, der 2015 verstarb und die Veröffentlichung leider nicht mehr erleben konnte, intensiven Forschungen von Andreas Schmidt aus Wettenberg und einer Darstellung der Geschichte des Friedhofs durch den Stadtarchivar von Wetter, Hans Uffe Boerma, ist eine umfassende Darstellung des Friedhofs bei Wetter entstanden.

Jeder Grabstein ist durch ein hochwertige Foto wiedergegeben. Die Fotos wurden von Andreas Schmidt gemacht, der sich dieser Aufgabe mit viel Engagement, Geduld und Herzblut gewidmet hat. Denn die Inschriften gut lesbar im Foto einzufangen, bedarf der richtigen Belichtung und des richtigen Lichteinfalls.

Die Übersetzungen der hebräischen Inschriften durch Friedrich Damrath, die Einordnung der verstorbenen Person in ihre familiären Bindungen und die Beschreibung des Grabsteins, erarbeitet von Andreas Schmidt, vervollständigen die Informationen.

Für Nachkommen der jüdischen Bevölkerung Wetters, Goßfeldens, Calderns, Sarnau und Sterzhausen und natürlich alle Interessierten bietet das Buch eine große Hilfe beim Finden bestimmter Gräber und der Erfassung der familiären Zusammenhänge.

Richard Oppenheimer aus Florida, dessen einer Familienzweig aus Goßfelden stammt, und der die Heimat seiner Großmutter immer wieder besucht, schätzt diese Publikation besonders. Seine Mutter Erika Mannheimer, die in Wildungen aufwuchs überlebte die Shoa mit ihrer Mutter Lina Mannheimer geb. Lilienstein. Sie stammte aus Goßfelden und war Tochter von Joseph Lilienstein und Auguste geb. Metzger. Die Familie lebte im Haus Nr. 28 in Goßfelden.

Auch das Grab von Fred Buchheim, der nach Wetter zurückkehrte, nachdem er dem NS-Terror entkommen konnte, ist auf dem jüdischen Friedhof zu finden.

Der Friedhof, der nicht zuletzt auf Grund seiner abgeschiedenen Lage, mehrmals verwüstet wurde, bleibt ein eindrückliches Denkmal des jüdischen Lebens in unserer Region. Die vorgelegte Dokumentation ist eine Würdigung dieses Ortes.

Das Buch kann über die Geschichtswerkstatt Marburg für 10,00 Euro plus Portokosten bestellt werden: Geschichtswerkstatt Marburg e.V., Schwanallee 27-31, 35037 Marburg; E-Mail geschichtswerkstatt-marburg@web.de Außerdem ist es im Stadtarchiv Wetter und im Rathaus Wetter erhältlich.

Wir möchten in diesem Zusammenhang auf das bereits im Jahr 2009 erschienene Buch hinweisen:

   

Per E-Mail - geschichtswerkstatt-marburg@web.de - können Sie die Dokumentation über die jüdischen Friedhöfe in Fronhausen, Lohra und Roth bestellen. Es entstehen Kosten von 20 Euro plus 5 Euro Porto.

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